Die Brennweite

Die Brennweite gehört zu den grundlegendsten, aber oft missverstandenen Begriffen in der Fotografie. Sie entscheidet nicht nur darüber, wie viel von einer Szene auf das Bild passt, sondern beeinflusst auch Perspektive, Bildwirkung und sogar die emotionale Aussage eines Fotos.

Ob weitläufige Landschaft oder nahes Porträt – die Wahl der richtigen Brennweite ist ein kreatives Werkzeug, das den Unterschied zwischen einem gewöhnlichen und einem ausdrucksstarken Bild ausmachen kann.

📸 Was ist die Brennweite an einer Kamera?

Die Brennweite ist einer der zentralen Begriffe in der Fotografie. Sie beschreibt den Abstand zwischen dem optischen Zentrum des Objektivs und dem Kamerasensor, gemessen in Millimetern (mm).

Auf deinem Objektiv findest du diese Angaben direkt – zum Beispiel 24 mm, 50 mm oder 70–200 mm. Bei Zoomobjektiven zeigt die Angabe den einstellbaren Bereich, bei Festbrennweiten ist der Wert fix.

Die Brennweite beeinflusst zwei Dinge entscheidend:

  1. Den Bildwinkel: Wie viel von der Szene auf dein Foto passt.
  2. Die Perspektive: Wie Motive im Verhältnis zueinander wirken.

Kurz gesagt: Je kürzer die Brennweite, desto weiter das Sichtfeld – je länger, desto enger.

Tipp: Denk an die Brennweite wie an ein Fernglas – je stärker der Zoom, desto näher wirken entfernte Motive.

🔍 Wo finde ich die Brennweite an der Kamera?

Die Brennweite steht auf deinem Objektiv. Beispiele:

  • Festbrennweite: 50 mm – der Wert ist fix, das Objektiv hat eine feste Perspektive.
  • Zoomobjektiv: 18–55 mm – du kannst den Bildwinkel flexibel ändern.

Ein praktischer Trick: Stell dir vor, du stehst an einem übersichtlichen Ort – ein Weitwinkelobjektiv fängt fast alles ein, ein Teleobjektiv isoliert ein Detail.

📊 Brennweitenbereiche & ihre Wirkung

Brennweiten lassen sich grob in drei Bereiche einteilen, die jeweils unterschiedliche fotografische Möglichkeiten bieten:

  1. Weitwinkel (ca. 10–35 mm)
  • Sichtfeld: Sehr gross, ideal für Landschaften, Architektur oder Innenräume.
  • Vorteile:
    • Du kannst viel von der Szene zeigen.
    • Dynamische Perspektiven, bei denen Vordergrund und Hintergrund stark wirken.
  • Nachteile:
    • Menschen oder Objekte können verzerrt erscheinen.
    • Nicht ideal für natürliche Portraits.
  1. Normalbereich (ca. 35–70 mm)
  • Sichtfeld: Ähnlich dem menschlichen Auge.
  • Vorteile:
    • Natürliche Perspektive, kaum Verzerrung.
    • Flexibel für Alltag, Reportage, Strassenfotografie.
  • Nachteile:
    • Weniger dramatische Bildwirkung als extremes Weit- oder Teleobjektiv.
  1. Telebereich (ab ca. 70 mm und mehr)
  • Sichtfeld: Eng, Motive wirken näher.
  • Vorteile:
    • Ideal für Portraits, Wildlife oder Sport.
    • Motive lassen sich vom Hintergrund isolieren.
  • Nachteile:
    • Teurer, schwerer, lichtschwächer.
    • Bewegungen verstärken die Verwacklungsgefahr.

Praxis-Tipp: Wenn du Portraits fotografierst, wirken 85–135 mm besonders schmeichelhaft für Gesichter.

Die Brennweiten systematisch dargestellt - Quelle: www.rollei.de

⚖️ Vor- und Nachteile der Brennweitenbereiche zusammengefasst

Brennweite

Vorteile

Nachteile

Weitwinkel

Viel Landschaft, dynamische Perspektive

Verzerrung bei Portraits

Standard

Natürliches Seherlebnis, flexibel

Weniger dramatisch

Teleobjektiv

Entfernte Motive gross, Hintergrund reduziert

Teuer, schwer, empfindlich bei Bewegung

📏 Warum die Brennweite bei verschiedenen Kameras unterschiedlich wirkt

Vielleicht hast du schon bemerkt: Ein 50 mm Objektiv an einer APS‑C Kamera wirkt „zoomiger“ als an einer Vollformatkamera. Warum?

Der Grund liegt im Sensorformat:

  • Vollformat (24×36 mm) – der „Standard“
  • APS‑C (kleiner Sensor) – erfasst nur einen Teil des Bildes → engerer Bildwinkel
  • Crop-Faktor: APS‑C Sensoren haben einen Faktor von ca. 1,5× – ein 50 mm Objektiv wirkt wie 75 mm auf Vollformat

Die physische Brennweite ändert sich nicht, nur der sichtbare Ausschnitt.

 📌 Fazit für dein Coaching

  1. Die Brennweite beeinflusst Bildwinkel und Perspektive.
  2. Kurze Brennweiten = weit, lange Brennweiten = eng.
  3. Unterschiedliche Sensorgrössen verändern den effektiven Bildwinkel, nicht die Brennweite selbst.
  4. Die bewusste Wahl der Brennweite ist ein mächtiges kreatives Werkzeug.

Merke: Die Brennweite ist wie ein Pinsel – sie bestimmt, wie du deine Szene malst.

 📝 Kurzes Quiz zur Brennweite

  1. Welche Brennweite eignet sich besonders gut für Landschaften?
    a) 50 mm
    b) 24 mm
    c) 135 mm
  2. Warum wirkt ein 50 mm Objektiv auf einer APS‑C Kamera wie ein 75 mm Objektiv auf Vollformat?
    a) Weil die Brennweite verändert wird
    b) Wegen dem Crop-Faktor des Sensors
    c) Wegen der Blende
  3. Was ist der Vorteil eines Teleobjektivs?
    a) Es zeigt sehr viel von der Szene
    b) Es isoliert Motive vom Hintergrund
    c) Es ist sehr leicht und handlich
  4. Welche Brennweite wirkt am ähnlichsten wie das menschliche Auge?
    a) 20 mm
    b) 50 mm
    c) 200 mm

Antworten: 1b | 2b | 3b | 4b

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