Als Fotograf wachse ich jeden Tag – nicht nur technisch, sondern auch kreativ und mit Blick darauf, was ich mit meinen Bildern sagen möchte. Egal, ob du gerade erst anfängst oder schon länger fotografierst: Wachstum passiert dann, wenn du bewusst Dinge ausprobierst, die dich aus deiner Komfortzone holen.
Hier sind zwei meiner liebsten, einfachen und wirkungsvollen Ansätze.
„Die grössten Sprünge als Fotograf passieren, wenn du dich traust, heute anders zu denken als gestern.“
Udo Wuchner - Fotografie-Coach
1. Nimm das „ungeeignetste“ Objektiv, das du hast
Es klingt vielleicht zuerst seltsam: Wähle bewusst das Objektiv, das du normalerweise nicht nutzen würdest – vielleicht weil es zu kurz, zu lang, zu langsam oder technisch „ungeeignet“ erscheint.
Warum das wirkt
- Neue Perspektiven entdecken: Du siehst die Szene anders und beginnst, kreative Lösungen zu finden, um sie einzufangen.
- Kreatives Denken trainieren: Du bewegst dich mehr, wechselst Standorte und hinterfragst deine üblichen Gewohnheiten.
- Technik spielerisch lernen: Jede Brennweite oder jedes Objektiv hat seine Eigenheiten. Wenn du dich darauf einlässt, wächst dein technisches Verständnis automatisch.
Praktische Übung
Nimm dir einen Tag Zeit, um mit deinem „ungeeigneten“ Objektiv zu arbeiten. Fotografiere zum Beispiel:
- Weite Landschaften mit einem Teleobjektiv
- Nahaufnahmen mit einem Weitwinkel
- Bewegungen mit einem Objektiv, das eigentlich zu langsam ist
Reflektiere danach: Welche Perspektiven gefallen dir, die du sonst nie ausprobiert hättest? Welche Bilder sind unerwartet stark geworden?
2. Die „20-60-20 Regel“ – bewusst experimentieren
Dieser Tipp stammt aus der Denkweise von Profis: Sie teilen ihr kreatives Vorgehen in drei Phasen auf:
- 20 % sichere Aufnahmen: technisch korrekt, die Klassiker, die „immer funktionieren“
- 60 % Hauptteil: hier probierst du bewusst Neues – Perspektiven, Licht, Komposition
- 20 % mutige Experimente: Aufnahmen, die riskant oder ungewöhnlich sind, bei denen du bewusst Grenzen überschreitest
So wächst du
- Beginne mit dem, was du sicher kannst. Das schafft Raum für Experimente.
- Arbeite dich in der Mitte durch unkonventionelle Ideen. Hier entstehen oft die spannendsten Bilder.
- Wage dich ans Limit: Verändere Belichtungszeit, Fokus, Licht oder Position radikal. Die besten Entdeckungen entstehen oft dort, wo du Fehler zulässt.
Praktische Übung
- Mach eine Serie von 10 Bildern: 2 Standardaufnahmen, 6 kreative Variationen, 2 gewagte Experimente.
- Vergleiche die Bilder, reflektiere, welche Überraschungen entstehen.
- Notiere, was du beim nächsten Shooting anders machen würdest.
3. Bonus-Tipp: Reflektiere deine Arbeit bewusst
Wachstum passiert nicht nur beim Fotografieren, sondern auch danach:
- Bildersichtung: Sortiere deine Bilder kritisch – was funktioniert, was nicht, warum?
- Selbstkritik ohne Druck: Lerne aus Fehlern, ohne dich selbst runterzumachen.
- Inspiration von anderen: Sieh dir Arbeiten anderer Fotografen an – aber vergleiche nicht direkt, nutze es als Impuls.
4. Warum Mut der Schlüssel ist
Die grössten Sprünge als Fotograf passieren, wenn du dich traust, anders zu denken als gestern. Technik, Equipment und Regeln sind nur Hilfsmittel. Kreativität entsteht dort, wo du bereit bist, Gewohnheiten zu durchbrechen und Neues zu probieren.
Reflektiere nach jedem Shooting:
- Was habe ich Neues ausprobiert?
- Welche Perspektiven oder Techniken möchte ich vertiefen?
- Welche Fehler haben mir mehr gelernt als die perfekten Bilder?
5. Dein nächster Schritt
Starte klein: Wähle bei deinem nächsten Shooting ein „ungeeignetes“ Objektiv und plane bewusst 20 % sichere, 60 % kreative und 20 % riskante Aufnahmen. Dokumentiere deine Erkenntnisse – so wächst du jeden Tag ein Stück weiter.
📸 Merke: Fotografieren ist mehr als Bilder machen – es ist eine Reise, auf der du dich selbst und deine Sicht auf die Welt entdeckst.
Frage an dich: Welches Experiment willst du als Nächstes ausprobieren? Schreib mir in die Kommentare oder teile dein Bild – ich bin gespannt auf deine Entdeckungen! 🙌