Nachdem ich mehr als 40 Jahre lang fotografiert hatte, war ich sehr gespannt auf die Möglichkeiten der Videografie mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera. Dank anfänglicher Recherchen zu diesem Thema über Google und YouTube stellte ich fest, dass mit Videografie nicht so einfach zu starten ist. Deshalb habe ich mich für den eintägigen Kurs „Grundlagen der Videografie mit DSLR“ an der „Nikon School Switzerland“ entschieden.
Es gibt viele Dinge, die man falsch machen kann, insbesondere bei der Videografie, wenn man die Grundeinstellungen und Arbeitsmethoden nicht kennen. Instruktor Pascal Wasinger führte unsere kleine Gruppe sehr kompetent durch die folgenden Inhalte:
Workshopinhalte von Videografie mit einer DSLR
- Video: Theorie, Grundlagen (Bildrate, Kompression, Codecs, Formate)
- Kamera: Settings und praktische Übung
- Bilddesign: Rahmengrössen
- Goldener Schnitt
- Kamera Positionen
- Hilfmittel: (Kamera-Rig, Kamera-Slider, Externe Rekorder)
- Kameraachse, Achsenwechsel (praktische Übung)
- Analyse Achsenwechsel in Premiere Pro
Die Grundlagen des Filmens mit Spiegelreflexkameras wurden am Morgen sehr gut erklärt. Parallel dazu musste jeder von uns bei Bedarf seine eigene Kamera einstellen. Am Nachmittag machten wir uns an die Praxis. Ein Storybuch mit 9-12 Szenen wurde in kleinen Gruppen entwickelt und vor Ort umgesetzt. Besonders interessant war die Filmbearbeitung auf dem PC. Das Endergebnis war überzeugend!
Grundlegende Erkenntnisse
- In der Videografie hat entweder zu viel oder zu wenig Licht. Ein variabler ND-Filter wird dringend empfohlen.
- Wir benutzen den Kameramodus M (= manuell).
- Der richtige Weißabgleich ist eine große Herausforderung. Beim Schwenken der Kamera kann es zu unterschiedlichen Beleuchtungssituationen kommen.
- Die Bildrate von 25 fps oder 50 fps wird hier in Europa empfohlen. Dies liegt am Stromnetz mit 50 Hz. Für Übersee gelten 30 fps / 60 fps aufgrund des 60-Hz-Stromnetzes.
- Je höher die Bildrate, desto „glatter“ der Film. Die meisten Kinofilme werden jedoch mit 24 fps aufgenommen. Daher entsprechen die 25 fps am besten dem filmischen Look.
- Die Belichtungszeit ist immer doppelt so hoch wie die Bildrate. Bei 25 fps also 1/50 Sek.
- Der Fokus ist auf den kleinen Kameramonitoren sehr schwer zu steuern. Es wird dringend empfohlen, einen externen Rekorder wie den Atomos Ninja V zu verwenden.
Dank des Kurses kenne ich jetzt nicht nur die Grundeinstellungen und die technischen Verfeinerungen, sondern auch das Prinzip des Achsenwechsels und die verschiedenen Rahmengrößen.
Achsenwechsel
Die Änderung der Kameraachse ist ein Filmschnitt, mit dem die Beziehungsachse der Protagonisten gekreuzt wird. In einer Einstellung befindet sich Figur A links und Figur B rechts, aber plötzlich erscheint Figur A rechts und Figur B links. Dies kann zu Orientierungslosigkeit führen. Die Blickrichtung und Position der Figuren im Bild haben sich aus Sicht des Betrachters geändert. Ein Prinzip davon ist:
Die Kameraachse darf die Aktionsachse nicht kreuzen!
Rahmengrössen
Die Rahmengröße bestimmt das Größenverhältnis des Objekts zum gesamten Bild. Wir haben die hier aufgeführten acht Rahmengrößen kennengelernt und in unserem praktischen Videoexperiment angewendet.
- Extremer Close-up
- Close-up
- Kopf und Schulter Close-up
- Medium Close-up
- American Shot (Kopf bis Oberschenkel –> Western Filme)
- Medium Long Shot
- Long Shot
- Extremer Long Shot (Panorama)
Beispiel eines Kopf und Schulter Close-up.
Zusammenfassung zu Videografie mit einer DSLR
Der Workshop „Grundlagen der Videografie mit DSLR“ war für mich ideal. Der Kursleiter ist ein professioneller Praktiker und konnte viele Tipps und Tricks vermitteln. Der Kursort direkt bei Nikon Schweiz in Egg bei Zürich war ebenfalls großartig.
Für alle, die einen ersten Schritt in Richtung Videografie machen möchten, empfehle ich den Kurs.
Verwandte Links zu Videografie mit einer DSLR
Nikon School Switzerland – Basis Workshop Videografie mit einer DSLR:
https://www.mynikon.ch/de/school/workshops/Grundlagen-Videofilmen-mit-DSLR
Atomos Ninja V:
https://amzn.to/2OPoqwX