Die Blende ist ein zentraler Bestandteil der Kamera, den jeder Fotograf verstehen sollte. Sie entscheidet darüber, wie viel Licht auf den Sensor fällt – und damit auch wieviel Licht für die Belichtung zur Verfügung steht.
In diesem Artikel erkläre ich Schritt für Schritt, wo die Blende sitzt, was sie bewirkt und warum ihre Zahlen manchmal so seltsam aussehen. So bist du perfekt vorbereitet für dein Fotografie-Coaching.
Was und wo ist die Blende an einer Kamera?
Die Blende befindet sich im Objektiv deiner Kamera. Sie besteht aus mehreren Lamellen, die eine Öffnung bilden, die variabel verstellbar ist. Stell dir die Blende wie die Pupille deines Auges vor: Sie öffnet sich, wenn viel Licht gebraucht wird, und zieht sich zusammen, wenn es hell ist.
Das bedeutet: Die Blende ist die „Lichtöffnung“ im Objektiv, die du als Fotograf aktiv einstellen kannst. Sie ist also eine der wichtigsten Möglichkeiten, direkt Einfluss auf das Foto zu nehmen.
🔍 Was steuert der Fotograf mit der Blende?
Mit der Blende steuerst du in erster Linie, wie viel Licht auf den Sensor fällt.
- Öffnest du die Blende weit, fällt viel Licht ein.
- Schließt du die Blende, fällt weniger Licht ein.
Dadurch kannst du die Belichtung deines Fotos beeinflussen. In hellen Umgebungen brauchst du eine kleinere Öffnung (geschlossene Blende), in dunkleren Szenen eine grössere Öffnung (offene Blende).
Was ist eine offene und eine geschlossene Blende?
- Offene Blende
Eine offene Blende bedeutet, dass die Lamellen weit auseinander stehen und viel Licht auf den Sensor fällt. Offene Blenden haben kleine Zahlen wie f/1.8 oder f/2.8. - Geschlossene Blende
Eine geschlossene Blende bedeutet, dass die Lamellen fast geschlossen sind und weniger Licht eintritt. Geschlossene Blenden haben grosse Zahlen wie f/11 oder f/16.
Tipp: Denke bei der Blende einfach an „offene Blende = viel Licht = kleine Zahl“ und „geschlossene Blende = wenig Licht = grosse Zahl“.
🔄 Variable Blende vs. feste Blende
Einige Objektive haben eine variable Blende, andere eine feste Blende.
- Variable Blende:
Bei diesen Objektiven ändert sich die maximale Blendenöffnung, je nachdem, auf welche Brennweite du zoomst. Beispiel: Ein Zoomobjektiv f/3.5–5.6 bedeutet, dass bei kurzer Brennweite die maximale Blende f/3.5 ist und bei voller Brennweite f/5.6. - Vorteil: Oft leichter und günstiger
- Nachteil: Bei langen Brennweiten kommt weniger Licht durch, was die Belichtung beeinflusst
- Feste Blende:
Hier bleibt die maximale Blende über den gesamten Brennweitenbereich konstant, z. B. f/2.8.- Vorteil: Gleichbleibende Belichtung beim Zoomen
- Nachteil: Objektiv oft grösser und schwerer
Merke: Die Blendenart beeinflusst, wie flexibel du beim Fotografieren in unterschiedlichen Lichtsituationen bist.
Warum sind die Blendenzahlen so ungewöhnlich?
Vielleicht ist dir aufgefallen, dass die Zahlen der Blende nicht einfach 1, 2, 3, 4 … sind. Stattdessen sieht man Werte wie f/1.4, f/2, f/2.8, f/4, f/5.6 usw.
Diese Zahlen folgen einem mathematischen Prinzip: Sie ergeben sich aus dem Verhältnis von Brennweite des Objektivs zur Öffnungsweite der Blende. Jede nächste Blendenzahl lässt die Lichtmenge halbieren oder verdoppeln.
Kurz gesagt:
- f/2 lässt doppelt so viel Licht ein wie f/2.8
- f/5.6 lässt halb so viel Licht ein wie f/4
So wird es für Fotografen einfacher, die Belichtung genau zu steuern.
🔁 Warum ist eine offene Blende eine kleine Zahl?
Das klingt auf den ersten Blick verwirrend, ist aber einfach zu verstehen:
Die Blendenzahl f/x wird berechnet als:
f/x = Brennweite ÷ Öffnungsdurchmesser
- Wenn die Öffnung gross ist, ist das Verhältnis klein → kleine Zahl (offene Blende)
- Wenn die Öffnung klein ist, ist das Verhältnis gross → grosse Zahl (geschlossene Blende)
Also: Eine kleine Blendenzahl bedeutet viel Licht, eine grosse Zahl bedeutet wenig Licht.
📌 Fazit für dein Coaching
- Die Blende sitzt im Objektiv und ist für die Lichtmenge entscheidend.
- Offene Blende = viel Licht = kleine Zahl.
- Geschlossene Blende = wenig Licht = grosse Zahl.
- Die Blendenzahlen folgen einem mathematischen System, das die Lichtmenge halbiert oder verdoppelt.
Mit diesem Wissen bist du bestens vorbereitet, um im Coaching direkt praktisch an deiner Kamera zu arbeiten.
📝 Kurzes Quiz zur Blende
- Wo befindet sich die Blende in der Kamera?
a) Im Sensor
b) Im Objektiv
c) Im Sucher - Welche Blendenzahl entspricht einer grossen Öffnung?
a) f/2
b) f/11
c) f/16 - Wenn du weniger Licht auf den Sensor lassen willst, solltest du die Blende …
a) öffnen
b) schliessen
c) unverändert lassen - Warum wirken die Blendenzahlen manchmal „ungewöhnlich“ (z. B. f/1.4, f/2.8)?
a) Zufällig gewählt
b) Mathematisches Verhältnis von Brennweite zu Öffnung
c) Damit die Zahlen schön aussehen - Was bedeutet eine variable Blende bei einem Zoomobjektiv?
a) Die Blende bleibt immer gleich
b) Die maximale Blendenöffnung verändert sich beim Zoomen
c) Das Objektiv hat keine Blende
Antworten: 1b | 2a | 3b | 4b | 5b
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