Die Fotografie lebt vom Licht – und die Belichtungszeit ist das Werkzeug, mit dem du entscheidest, wie lange Licht auf deinen Sensor fällt und wie dein Motiv im Bild wirkt. Egal, ob du Landschaften in der Dämmerung fotografierst oder den Moment eines fliegenden Vogels festhalten willst – die Belichtungszeit ist immer dabei.
In diesem Artikel erfährst du verständlich, was die Zeit ist, wo du sie findest und wann welche Einstellung sinnvoll ist, ganz ohne komplizierte Fachbegriffe.
Was und wo ist die Zeit an deiner Kamera?
Die Belichtungszeit zeigt dir wie lange der Verschluss deiner Kamera geöffnet bleibt. Während dieser Zeit fällt Licht auf den Sensor und das Bild entsteht.
Wo findest du die Einstellung?
- Bei den meisten DSLR- und spiegellosen Kameras über ein Einstellrad am Gehäuse.
- Auf Touchscreens oder in Menüs moderner Kameras als Bruchzahl (z. B. 1/500 s) oder als ganze Zahl (z. B. 2 s oder 2″).
- Oft auch im Sucherdisplay sichtbar – praktisch, um schnell die richtige Einstellung zu wählen.
Tipp: Je kleiner der Zähler der Bruchzahl, desto kürzer ist die Belichtungszeit. Also 1/1000 s ist viel kürzer als 1/60 s.
Was steuert der Fotograf mit der Zeit?
Mit der Belichtungszeit bestimmst du zwei wesentliche Dinge:
- Die Helligkeit deines Fotos
→ Je länger der Verschluss geöffnet ist, desto mehr Licht fällt ein. Das ist besonders wichtig bei schwachem Licht oder in der Nacht. - Die Darstellung von Momenten
→ Kurze Belichtungszeiten fangen den Moment „ein“ und lassen Bewegungen scharf wirken. Man spricht auch vom „Einfrieren“. Lange Zeiten lassen mehr Licht einfallen und geben dir kreative Freiheit, ohne dass das Bild zu dunkel wird.
Die Belichtungszeit ist ein Teil des Belichtungsdreiecks zusammen mit Blende und ISO-Empfindlichkeit. Wenn du sie beherrschst, hast du Kontrolle über die Bildwirkung, die Helligkeit und die Stimmung deines Fotos.
⏱️ Kurze vs. lange Zeiten – was bedeutet das?
Um die richtige Zeit auszuwählen, solltest du wissen, was „kurz“ und „lang“ praktisch bedeutet:
- 🔹 Kurze Zeiten: 1/500 s, 1/250 s, 1/125 s
→ Wenig Licht fällt ein, der Moment wird „eingefroren“. Perfekt für schnelle Bewegungen oder um Verwacklungen zu vermeiden. - 🔸 Lange Zeiten: 1/30 s, 1 s, 5 s, 30 s
→ Viel Licht fällt ein. Ideal, wenn es dunkel ist oder du bewusst länger belichten willst, um die Szene gut auszuleuchten.
💡 Praktischer Hinweis: Ob eine Zeit kurz oder lang ist, hängt immer vom Licht und deinem Motiv ab – es gibt also keine feste Regel, nur Erfahrungswerte.
📸 Wann verwende ich welche Zeit?
💨 Kurze Zeiten eignen sich, wenn…
- …du schnelle Motive fotografierst, wie Vögel, Kinder oder Sport.
- …es sehr hell ist und du das Bild ohne Überbelichtung aufnehmen willst.
- …du aus der Hand fotografierst und keine Verwacklungen riskieren willst.
🌙 Lange Zeiten eignen sich, wenn…
- …es dunkel ist und du Licht sammeln musst.
- …du ein Stativ benutzt und die Szene bewusst länger belichten willst.
- …du Landschaften, Stadtlichter oder Abendstimmungen fotografierst.
Mit etwas Übung merkst du schnell, welche Zeit für dein Motiv am besten passt – und das ganz intuitiv.
Fazit für dein Coaching
Die Belichtungszeit ist ein mächtiges Werkzeug, das jedem Fotografen kreative Kontrolle gibt. Du bestimmst damit Helligkeit, Stimmung und Bildwirkung.
Wenn du weißt, wo die Zeit sitzt, was sie bewirkt und wann du welche Länge einsetzt, bist du für dein nächstes Fotografie-Coaching bestens vorbereitet. Dein Bild wird dann genau so aussehen, wie du es dir vorgestellt hast!
Kurzes Quiz zur Zeit
- Was zeigt die Belichtungszeit an?
a) Wie stark das Objektiv vergrößert
b) Wie lange der Verschluss geöffnet ist
c) Wie groß der Sensor ist - Welche Belichtungszeit lässt mehr Licht auf den Sensor?
a) 1/1000 s
b) 1 s
c) 1/500 s - Wann ist eine kurze Zeit sinnvoll?
a) Bei Nachtaufnahmen ohne Stativ
b) Bei schnellen Bewegungen am hellen Tag
c) Für längere Landschaftsaufnahmen - Wo kannst du die Belichtungszeit bei deiner Kamera einstellen?
a) Einstellrad, Touchscreen oder Menü
b) Nur am Stativ
c) Nur bei der Nachbearbeitung
Antworten: 1b | 2b | 3b | 4a
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